Hintergrund
In vielen Ländern dieser Welt – vor allem in touristisch interessanten Gebieten – ist es mittlerweile selbstverständlich, dass in Cafés, Restaurants, Hotels oder anderen Geschäften den Gästen und Besuchern freies WLAN zur Verfügung gestellt wird. In Deutschland ist dies leider selten. Das liegt meist gar nicht daran, dass die Betreiber der Geschäfte dies nicht möchten. Vielmehr werden diese durch die in Deutschland geltende Störerhaftung davon abgehalten. Diese besagt nämlich, dass der Betreiber des WLANs für den darüber laufenden Datenverkehr haftet. Lädt sich dann ein Gast z.B. illegal etwas herunter, kann der Betreiber dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
Was vielleicht auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, um illegale Aktivitäten zu verhindern oder aufklären zu können, benachteiligt in der Praxis hingegen hauptsächlich Menschen, die gar nichts Böses im Schilde führen. Touristen aus aller Welt, die Fotos nach Hause schicken oder ihr Abendessen bei Facebook posten möchten sind hier nur ein Beispiel. Auch Menschen, die selbst vielleicht keinen Internetzugang besitzen, wird so die Chance genommen, im öffentlichen Raum daran teilzuhaben. So gibt es beispielsweise bereits mehrere Initiativen, die die Bewohner von Flüchtlingsheimen mit kostenlosem WLAN versorgen.
Was ist Freifunk?
Eine Möglichkeit, die Störerhaftung zu umgehen, bietet das Projekt Freifunk. Hierbei handelt es sich um eine Community, die sich die „Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke“ auf die Fahnen geschrieben hat. Mitmachen kann jeder, der über einen Internetzugang verfügt, ihn mit der Gemeinschaft teilen möchte und ein wenig technisches Verständnis besitzt.
Über einen zusätzlichen, speziell konfigurierten Router wird ein Teil des eigenen Internet-Zugangs mit anderen geteilt. Wenn sich mehrere Freifunk-Router in Reichweite befinden, können diese sich auch miteinander verbinden und so nicht nur die Reichweite verlängern, sondern auch die Traffic-Last optimal auf die einzelnen Router verteilen.
Die Störerhaftung wird dadurch umgangen, dass die eigene IP-Adresse anonymisiert wird. Weiterhin hat der Verein im Jahr 2013 Providerstatus erlangt.
Alle technischen, rechtlichen und allgemeinen Fragen werden auf der Website des Projekts beantwortet.
Freifunk in Büttgen
Da webandmore bei technischen Themen und Innovationen immer mit gutem Beispiel voran gehen möchte, betreiben wir nun – wie auf der Karte ersichtlich – einen von derzeit zwei Freifunk-Knotenpunkten in Büttgen. Nachahmung ist hier definitiv erwünscht!